100 Jahre Grundschule
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Produktinformationen "100 Jahre Grundschule"
Vor hundert Jahren, nach dem Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1918/19, wurde in Deutschland Wirklichkeit, wofür Pädagogen und Bildungsreformer lange gekämpft hatten: Die Weimarer Nationalversammlung verankerte die allgemeine Schulpflicht in der Verfassung der ersten deutschen Demokratie, und sie kündigte in Artikel 146 eine „für alle gemeinsame Grundschule“ an.
Was die Nationalversammlung damals in nüchterner Sprache festschrieb, war nicht weniger als eine demokratische Revolution auch in der Schulpolitik. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte sollten alle Kinder gemeinsam in die Schule gehen, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung oder dem Religionsbekenntnis ihrer Eltern. Endlich sollte Schluss sein mit der Standesbildung des Kaiserreichs, wo Kinder aus wohlhabenden Schichten auf Vorschulen, Privatschulen oder von Hauslehrern aufs Gymnasium vorbereitet worden waren, während, wie es damals hieß, Armeleutekinder die Volksschulbank drückten, oft getrennt nach Geschlecht oder Konfession.
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Autor: Frank-Walter Steinmeier
Erscheinungstermin: 21.01.2020
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Zum Thema dieser Ausgabe: 100 Jahre Grundschule – Bildungsbenachteiligung I 100 Jahre Grundschule – Bildungsbenachteiligung I blickt auf die Geschichte der Grundschule als „Schule für alle“ und fragt zugleich, warum Bildungsbenachteiligung trotz dieses Anspruchs fortbesteht. Die Beiträge verbinden historische und politische Perspektiven mit aktuellen Studien zu Schulabschlüssen, Armut und Chancenungleichheit und beleuchten, wie Kooperation, Achtsamkeit und Medienentwicklung in Schulen darauf antworten können. Zwischen dem Grußwort des Bundespräsidenten, Analysen zu sozialen Benachteiligungen, einer CARITAS-Studie, einem bekannten Essay zur „Bildungsgefängnis“-Metapher, einem pädagogischen Kommentar dazu sowie Praxisbeispielen zu Achtsamkeit, Medienentwicklungsplanung und Elternkooperation wird deutlich: Die Frage, wie Grundschule und weiterführende Schulen Bildungswege öffnen oder verschließen, ist hochaktuell – 100 Jahre nach Einführung der Grundschule ebenso wie heute. Für wen ist diese Ausgabe ideal? Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Bildungsbenachteiligung historisch, strukturell und praktisch verstehen und bearbeiten möchten. Sie richtet sich an: Grundschul- und Sekundarlehrkräfte, die mit heterogenen Lerngruppen arbeiten Schulleitungen und Schulträger, die Chancengerechtigkeit in ihrem System stärken wollen Bildungspolitiker/innen, Verwaltungs- und Verbandsvertreter/innen, die Strukturentscheidungen verantworten Studierende, Forschende und Ausbildende, die sich mit Bildungsungleichheit, Kooperation und Schulentwicklung befassen Die wichtigsten Inhalte im Überblick 100 Jahre Grundschule – Grußwort des Bundespräsidenten Im Editorial 100 Jahre Grundschule erinnert Frank-Walter Steinmeier an die historische Bedeutung der Grundschule als gemeinsame Schule für alle Kinder – und daran, dass dieser Anspruch angesichts heutiger Ungleichheiten immer wieder neu eingelöst werden muss. Soziale Benachteiligung und Schulerfolg – Teil I In Soziale Benachteiligung und Schulerfolg. Anregungen zum kritischen Umgang mit einem folgenlosen Narrativ als Beitrag zur Schulentwicklung, Teil I analysiert Gotthilf Gerhard Hiller gängige Erzählungen über „bildungsferne Schichten“ und zeigt, wie sie Reformen eher blockieren als befördern. Er plädiert für eine Schulentwicklung, die strukturelle Barrieren ernst nimmt, statt Verantwortung allein auf Familien abzuwälzen. Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss – CARITAS-Studie Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss. Die neue CARITAS-Studie zu Bildungschancen vor Ort (Verena Liessem, Susanne Nowak) legt dar, wie sich Schulabbruchquoten regional unterscheiden und welche Faktoren vor Ort dazu beitragen – von sozialer Lage bis zu Unterstützungsstrukturen. „Ein ausbruchssicheres Gefängnis“ – Bildungspolitische Metapher In Ein ausbruchssicheres Gefängnis. Wer nichts lernt, bleibt arm. Dagegen hilft nur eine bessere Bildungspolitik beschreibt Jutta Allmendinger das Bildungssystem als Gefängnis, aus dem viele Kinder und Jugendliche kaum entkommen können. Sie fordert tiefgreifende Veränderungen von früher Förderung bis zur Weiterbildung. Kooperation in der Schule II – Achtsamkeit, Medienentwicklungsplan, Elternarbeit Unter dem Stichwort Kooperation in der Schule II werden drei Praxisbeispiele vorgestellt: Verkörperte Beziehungsgestaltung und Schulkultur-Entwicklung durch Stärkung von Achtsamkeit und Mitgefühl (Nils Altner) berichtet aus einem NRW-Landesmodellprojekt in Solinger Grundschulen. Achtsamkeits- und Mitgefühlspraktiken dienen hier als Motor für eine zugewandte Schulkultur – gerade mit Blick auf benachteiligte Kinder.Kooperative Entwicklung eines Medienentwicklungsplans. Erfahrungsbericht aus dem Paul-Klee-Gymnasium Rottenburg/N. (Nina Sophie Klett) zeigt, wie Kollegium, Schulleitung und weitere Akteure gemeinsam einen Medienentwicklungsplan erstellen – mit dem Ziel, Digitalität allen Lernenden zugutekommen zu lassen. Lehrer und Eltern – Kommunikation und Kooperation für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft(Stefan Seitz) beleuchtet, wie Schulen mit Eltern zusammenarbeiten können, um Kinder – besonders in belasteten Lebenslagen – besser zu unterstützen. Jetzt abonnieren und profitieren: Historische und aktuelle Perspektiven zu 100 Jahren Grundschule und Bildungsbenachteiligung Empirische Befunde zu Schulabschlüssen, Armut und regionalen Bildungschancen Kritische Auseinandersetzung mit Narrativen und Metaphern der Ungleichheit Praxisbeispiele zu Achtsamkeit, Medienentwicklung und Elternkooperation als Hebel für mehr Gerechtigkeit