Überfordert und überbewertet
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Produktinformationen "Überfordert und überbewertet "
Die Grundschulempfehlung ist das – vielleicht ungeliebte – Kind der Dreigliedrigkeit bzw. Mehrgliedrigkeit des deutschen Schulwesens. Gab es ursprünglich bis in die frühen 60er-Jahre in BW noch eine Aufnahmeprüfung, als Voraussetzung, ein Gymnasium besuchen zu dürfen, bestimmte über viele Jahre eine verbindliche Empfehlung (was einige semantische Akrobatik notwendig gemacht hat) den Übergang. 2012 wurde aus der verbindlichen Empfehlung eine wirkliche Empfehlung, die nicht einmal der aufnehmenden Schule vorgelegt werden musste. Mittlerweile ist die Empfehlung nach wie vor offen, muss aber der aufnehmenden Schule vorgelegt werden. In diesem Artikel wird ein Blick auf die Entstehungsbedingungen der Grundschulempfehlung geworfen, um dann in einem zweiten Schritt aus der Perspektive einer weiterführenden Schule die Grundschulempfehlung anzusehen und um abschließend einige Gesichtspunkte für die Bewertung festzuhalten.
Stichwörter: Grundschulempfehlung, Noten, Chancengerechtigkeit, mehrgliedriges Schulsystem, Elternwille
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Autor: Johannes Baumann
Erscheinungstermin: 17.06.2021
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Zum Thema dieser Ausgabe: Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I beleuchtet einen der sensibelsten Punkte im Bildungssystem: die Entscheidung, welchen weiterführenden Bildungsgang Kinder nach Klasse 4 einschlagen. Die Beiträge zeigen, wie Grundschulempfehlungen in der Praxis erlebt werden, welche Erwartungen und Emotionen sie auslösen, wie sie strukturell wirken – und wie zeitgemäße Beratungsansätze aussehen könnten. Zwischen schulpraktischen Erfahrungen, theoretischen Analysen, empirischen Befunden, Beispielen aus integrierten Gesamtschulen, bildungspolitischen Roll-backs und neuen Beratungskonzepten wird deutlich: Die Grundschulempfehlung ist nie nur ein Formular. Sie ist ein Brennpunkt von Gerechtigkeitsfragen, Elternwünschen, Leistungsbildern und Systemlogiken. Für wen ist diese Ausgabe ideal? Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Übergänge nach Klasse 4 kritisch reflektieren und professionell gestalten möchten. Sie richtet sich an: Grundschullehrkräfte, Schulleitungen und Beratungsteams, die Empfehlungen aussprechen und Gespräche führen Lehrkräfte der Sekundarstufe I, die Übergänge aufnehmen und weiterführen Bildungsadministration, Schulträger und Bildungspolitik, die Strukturfragen rund um Übergänge verantworten Elternvertreter/innen und Schulsozialarbeit, die Familien in dieser Phase begleiten Die wichtigsten Inhalte im Überblick Überfordert und überbewertet – eine schulpraktische Perspektive Im Editorial Überfordert und überbewertet. Anmerkungen zur Grundschulempfehlung aus einer schulpraktischen Perspektive beschreibt Johannes Baumann, wie viel Erwartungsdruck, Unsicherheit und Verantwortung auf Lehrkräften liegt – und warum die Empfehlung häufig mehr symbolisch überhöht als sachlich begründet wird. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit In Die Grundschulempfehlung zwischen Wunsch und Wirklichkeit analysiert Joachim Friedrichsdorf Spannungen zwischen Elternwünschen, Leistungsbildern, Schulkapazitäten und Gerechtigkeitsansprüchen. Der Beitrag zeigt, wo das Verfahren an seine Grenzen stößt – und wo es Orientierung bieten kann. Eine Medaille mit zwei Seiten – theoretische Perspektiven und empirische Befunde Die Grundschulempfehlung – eine Medaille mit zwei Seiten? Theoretische Perspektiven und empirische Befunde (Sibylle Schneider) verbindet verschiedene Theorieansätze mit Forschungsbefunden. Deutlich wird, wie stark soziale Herkunft, Erwartungshaltungen und institutionelle Rahmenbedingungen Übergänge mitbestimmen. Umgang mit der Grundschulempfehlung an einer integrierten Gesamtschule In Zum Umgang mit der Grundschulempfehlung an einer integrierten Gesamtschule schildert Jürgen Leonhardt, wie eine Schule, die mehrere Bildungsgänge unter einem Dach vereint, mit Empfehlungen umgeht – und welche Alternativen sich im schulischen Alltag eröffnen. Roll back zur alten Praxis der Auslese Roll back zur alten Praxis der Auslese. Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung (Corinna Blume) thematisiert bildungspolitische Versuche, Empfehlungen wieder verbindlicher zu machen. Der Beitrag diskutiert, welche Effekte dies auf Chancengerechtigkeit, Schulprofile und Entscheidungsfreiheiten haben kann. Elemente eines zeit- und sachgemäßen Beratungsansatzes In Elemente eines zeit- und sachgemäßen Beratungsansatzes entwickelt Joachim Friedrichsdorf Bausteine einer Beratung, die Kinder, Eltern und Schulen ernst nimmt: Transparenz, mehrperspektivische Betrachtung, Prozesshaftigkeit statt Einmalentscheidung und eine klare Trennung von Information, Empfehlung und Entscheidung. Panorama: Distanzunterricht und Bildungskatastrophe? Im Panorama ergänzen zwei Beiträge den Blick um die Pandemieerfahrungen: „Etwas strukturierter, mehr Videokonferenz, …“ Erste Befunde einer Schüler/innenbefragung während der zweiten Schulschließung (Albrecht Wacker, Valentin Unger, Hendrik Lohse-Bossenz) zeigt, wie Lernende Distanzunterricht erlebt haben – mit Blick auf Struktur, Unterstützung und Gerechtigkeit. Klaus Zierer warnt in Die Hinweise auf eine Bildungskatastrophe mehren sich. Der schulische Corona-Stotterbetrieb erzeugt viel Leerlauf und soziale Ungerechtigkeit., wie stark die Pandemie bestehende Ungleichheiten verschärft – mit direkten Folgen auch für Übergangsentscheidungen. Serie: Digitale Schulentwicklung In der Serie Digitale Schulentwicklung beschreibt Ines Kling in Mit gather.town zum interaktiven virtuellen Klassenzimmer, wie digitale Plattformen genutzt werden können, um Lernräume und Begegnung in Distanzsituationen neu zu gestalten.Jetzt abonnieren und profitieren: Fundierte Analysen zur Rolle und Wirkung der Grundschulempfehlung Perspektiven aus Praxis, Theorie und Forschung zum Übergang in die Sekundarstufe I Bausteine für einen zeitgemäßen Beratungsansatz mit Kindern und Eltern Ergänzende Einblicke in Pandemieerfahrungen, digitale Lernräume und achtsame Schulkultur