Lehren & Lernen 6/2021 | Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 6/2021 | Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I "
Zum Thema dieser Ausgabe:
Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I
Die Rolle der Grundschulempfehlung am Übergang in die Sekundarstufe I beleuchtet einen der sensibelsten Punkte im Bildungssystem: die Entscheidung, welchen weiterführenden Bildungsgang Kinder nach Klasse 4 einschlagen. Die Beiträge zeigen, wie Grundschulempfehlungen in der Praxis erlebt werden, welche Erwartungen und Emotionen sie auslösen, wie sie strukturell wirken – und wie zeitgemäße Beratungsansätze aussehen könnten.
Zwischen schulpraktischen Erfahrungen, theoretischen Analysen, empirischen Befunden, Beispielen aus integrierten Gesamtschulen, bildungspolitischen Roll-backs und neuen Beratungskonzepten wird deutlich: Die Grundschulempfehlung ist nie nur ein Formular. Sie ist ein Brennpunkt von Gerechtigkeitsfragen, Elternwünschen, Leistungsbildern und Systemlogiken.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Übergänge nach Klasse 4 kritisch reflektieren und professionell gestalten möchten. Sie richtet sich an:
- Grundschullehrkräfte, Schulleitungen und Beratungsteams, die Empfehlungen aussprechen und Gespräche führen
- Lehrkräfte der Sekundarstufe I, die Übergänge aufnehmen und weiterführen
- Bildungsadministration, Schulträger und Bildungspolitik, die Strukturfragen rund um Übergänge verantworten
- Elternvertreter/innen und Schulsozialarbeit, die Familien in dieser Phase begleiten
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Überfordert und überbewertet – eine schulpraktische Perspektive
Im Editorial Überfordert und überbewertet. Anmerkungen zur Grundschulempfehlung aus einer schulpraktischen Perspektive beschreibt Johannes Baumann, wie viel Erwartungsdruck, Unsicherheit und Verantwortung auf Lehrkräften liegt – und warum die Empfehlung häufig mehr symbolisch überhöht als sachlich begründet wird.
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
In Die Grundschulempfehlung zwischen Wunsch und Wirklichkeit analysiert Joachim Friedrichsdorf Spannungen zwischen Elternwünschen, Leistungsbildern, Schulkapazitäten und Gerechtigkeitsansprüchen. Der Beitrag zeigt, wo das Verfahren an seine Grenzen stößt – und wo es Orientierung bieten kann.
Eine Medaille mit zwei Seiten – theoretische Perspektiven und empirische Befunde
Die Grundschulempfehlung – eine Medaille mit zwei Seiten? Theoretische Perspektiven und empirische Befunde (Sibylle Schneider) verbindet verschiedene Theorieansätze mit Forschungsbefunden. Deutlich wird, wie stark soziale Herkunft, Erwartungshaltungen und institutionelle Rahmenbedingungen Übergänge mitbestimmen.
Umgang mit der Grundschulempfehlung an einer integrierten Gesamtschule
In Zum Umgang mit der Grundschulempfehlung an einer integrierten Gesamtschule schildert Jürgen Leonhardt, wie eine Schule, die mehrere Bildungsgänge unter einem Dach vereint, mit Empfehlungen umgeht – und welche Alternativen sich im schulischen Alltag eröffnen.
Roll back zur alten Praxis der Auslese
Roll back zur alten Praxis der Auslese. Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung (Corinna Blume) thematisiert bildungspolitische Versuche, Empfehlungen wieder verbindlicher zu machen. Der Beitrag diskutiert, welche Effekte dies auf Chancengerechtigkeit, Schulprofile und Entscheidungsfreiheiten haben kann.
Elemente eines zeit- und sachgemäßen Beratungsansatzes
In Elemente eines zeit- und sachgemäßen Beratungsansatzes entwickelt Joachim Friedrichsdorf Bausteine einer Beratung, die Kinder, Eltern und Schulen ernst nimmt: Transparenz, mehrperspektivische Betrachtung, Prozesshaftigkeit statt Einmalentscheidung und eine klare Trennung von Information, Empfehlung und Entscheidung.
Panorama: Distanzunterricht und Bildungskatastrophe?
Im Panorama ergänzen zwei Beiträge den Blick um die Pandemieerfahrungen:
- „Etwas strukturierter, mehr Videokonferenz, …“ Erste Befunde einer Schüler/innenbefragung während der zweiten Schulschließung (Albrecht Wacker, Valentin Unger, Hendrik Lohse-Bossenz) zeigt, wie Lernende Distanzunterricht erlebt haben – mit Blick auf Struktur, Unterstützung und Gerechtigkeit.
- Klaus Zierer warnt in Die Hinweise auf eine Bildungskatastrophe mehren sich. Der schulische Corona-Stotterbetrieb erzeugt viel Leerlauf und soziale Ungerechtigkeit., wie stark die Pandemie bestehende Ungleichheiten verschärft – mit direkten Folgen auch für Übergangsentscheidungen.
Serie: Digitale Schulentwicklung
In der Serie Digitale Schulentwicklung beschreibt Ines Kling in Mit gather.town zum interaktiven virtuellen Klassenzimmer, wie digitale Plattformen genutzt werden können, um Lernräume und Begegnung in Distanzsituationen neu zu gestalten.
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- Ergänzende Einblicke in Pandemieerfahrungen, digitale Lernräume und achtsame Schulkultur
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 40 Seiten
Erscheinungstermin: 24.06.2021
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Die Grundschulempfehlung ist das – vielleicht ungeliebte – Kind der Dreigliedrigkeit bzw. Mehrgliedrigkeit des deutschen Schulwesens. Gab es ursprünglich bis in die frühen 60er-Jahre in BW noch eine Aufnahmeprüfung, als Voraussetzung, ein Gymnasium besuchen zu dürfen, bestimmte über viele Jahre eine verbindliche Empfehlung (was einige semantische Akrobatik notwendig gemacht hat) den Übergang. 2012 wurde aus der verbindlichen Empfehlung eine wirkliche Empfehlung, die nicht einmal der aufnehmenden Schule vorgelegt werden musste. Mittlerweile ist die Empfehlung nach wie vor offen, muss aber der aufnehmenden Schule vorgelegt werden. In diesem Artikel wird ein Blick auf die Entstehungsbedingungen der Grundschulempfehlung geworfen, um dann in einem zweiten Schritt aus der Perspektive einer weiterführenden Schule die Grundschulempfehlung anzusehen und um abschließend einige Gesichtspunkte für die Bewertung festzuhalten. Stichwörter: Grundschulempfehlung, Noten, Chancengerechtigkeit, mehrgliedriges Schulsystem, Elternwille
Der Wunsch nach flexiblem, interaktivem Online-Unterricht wird Pandemie-bedingt immer größer. Die Webanwendung gather.town eröffnet hierfür ganz neue Möglichkeiten. Anders als bei klassischen Videokonferenz-Tools können virtuelle Klassenzimmer für den Unterricht gestaltet werden. Lehrer/innen erhalten in diesem Beitrag einen umfassenden, praxisnahen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten zur Gestaltung und Nutzung virtueller Räume mit gather.town, in welchen Kommunikation und Interaktion ein selbstverständlicher Bestandteil sind. Stichwörter: gather.town, virtuelles Klassenzimmer, interaktiver Online-Unterricht, digitales Lehr-Lernsetting
Im Lockdown ist die Lernleistung von Schüler/innen in Deutschland stark zurückgegangen. Der Mangel an realer schulischer Begegnung hat auf Heranwachsende verheerende Auswirkungen. Zugleich eskaliert die Bildungsungerechtigkeit. Der vorliegende Beitrag skizziert drei mögliche Maßnahmen. Stichwörter: Corona-Pandemie, Soziale Ungerechtigkeit
Von welchen Erfahrungen berichten Schüler/innen im schulisch angeleiteten Lernen zu Hause während der zweiten Schulschließung und welche Unterschiede ergeben sich zu den ersten Schließungen Anfang 2020? Der Beitrag berichtet Befunde einer Befragung von N = 396 Schüler/innen (vorrangig der Sekundarstufe) in Baden-Württemberg. In den Ergebnissen zeigt sich ein schulisch besser organisierter und strukturierter Alltag der Lernenden, in dem vermehrt auf Stundenpläne, Videokonferenzen und Online-Lehre gesetzt wird. Stichwörter: Zweite Schulschließung, Schülerbefragung, Videokonferenzen, Plattformen, Feedback
Die Kritikpunkte am verbreiteten Beratungs- und Steuerungsinstrument der Grundschulempfehlung sind so gravierend, dass man mit dem derzeitigen Stand nicht zufrieden sein kann. Zudem folgt sie in ihrer Notenorientierung der klassischen Dreigliedrigkeit und bindet neuere Entwicklungen in der Schulstruktur (z. B. Gemeinschaftsschulen) nicht adäquat mit ein. Der folgende Beitrag enthält Überlegungen zur Veränderung der Grundschulempfehlung in Hinsicht auf die Zieldimension, die Orientierungskategorien und die einzubeziehenden Schulformen. Diese Überlegungen betreffen in erster Linie das in Baden-Württemberg angewandte Verfahren. Stichwörter: Übergänge, Übergang in die Sekundarstufe I, Grundschulempfehlung, Schularten, Leistungsmessung, Potenziale
Das Ende der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung hat spürbare Auswirkungen auf das Miteinander von Schüler/innen, Eltern und Lehrpersonen mit sich gebracht. Dennoch gibt es Forderungen, die Verbindlichkeit wieder einzuführen. Mit welchen Konsequenzen für alle Beteiligten? Dieser Beitrag wirft einen Blick auf zentrale Faktoren, die bei der Frage der Verbindlichkeit die Beratungspraxis bestimmen und Perspektiven öffnen oder verschließen. Stichwörter: Grundschulempfehlung, Selektion, Entwicklung
Neben den theoretischen Überlegungen zur und den empirisch erfassten Wirkungen der Grundschulempfehlung ist ein unmittelbarer Eindruck aus der Praxis einer konkreten Schule aufschlussreich. Insbesondere in einer Schule, in der alle Bildungsgänge vertreten sind, lässt sich der Zusammenhang von Prognose und Entwicklung gut beobachten. Der folgende Beitrag schildert den Verlauf und die Handhabung der Grundschulempfehlung sowie die damit erzielten Ergebnisse. Stichwörter: Grundschulempfehlung, Gesamtschule, Schularten
In Zusammenhang mit dem ersten Bildungsübergang werden Grundschulempfehlungen in Bezug auf die Entstehung sozialer Bildungsungleichheit und die Frage der Bildungsgerechtigkeit des Schulsystems kontrovers diskutiert. In diesem Beitrag werden einerseits theoretische Perspektiven zu dieser Thematik, andererseits auch empirische Befunde als Belege dafür vorgestellt. In der Gesamtbetrachtung kann gesagt werden, dass die Grundschulempfehlung eine Medaille mit zwei Seiten darstellt, womit die Ambivalenz dieses bildungspolitischen Instrumentariums zum Ausdruck gebracht werden soll. Stichwörter: Bildungsungleichheit, Schulstruktur, erster Bildungsübergang, Grundschulempfehlung, Herkunftseffekte
Der Übergang von der Grundschule in unterschiedliche Schulen der Sekundarstufe I macht Beratung erforderlich. Diese erfolgt in der Regel durch die Grundschulempfehlung, die teilweise auch verbindlich ist. Eine genauere Betrachtung der Zusammenhänge im Bereich der Empfehlungen lässt aber deutlich werden, dass die am Ende der 4. Klasse getroffenen Empfehlungen nicht sehr zuverlässig sind und auch nicht sein können. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über bestehende Kritikpunkte an der derzeit durchgeführten Praxis der Grundschulempfehlung. Stichwörter: Grundschulempfehlung, Notenschnitte, Bildungsgerechtigkeit, dreigliedriges Schulsystem
Kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben von Autorinnen und Autoren aus Praxis und WissenschaftIn 6 Ausgaben pro Jahr werden aktuelle Themen aufgegriffen, intensiv beleuchtet und diskutiert. Im Fokus steht die zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Unterricht und Schulen mit wissenschaftlich fundierten, reflektierten und innovativen Beiträgen für die Praxis. Dabei geht es unter anderem um digitale Schulentwicklung, zeitgemäße Lehr–Lernsettings, Demokratiebildung, selbstorganisiertes Lernen, Leseförderung, Neuropsychologie, Achtsamkeit, Meinungsfreiheit, Gesundheit von Schüler:innen und Lehrer:innen und vieles mehr.Das Redaktionsteam - Schulpraktiker und Wissenschaftler - sorgt für kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben, nicht nur in Baden-Württemberg und sieht sicht als Mittler zwischen Bildungspolitik, Schulalltag und Wissenschaft – in einer Zeit, in der die Kluft zwischen deren Diskursen immer größer und offensichtlicher wird. Sie erhalten aus erster Hand an der Praxis innovativer Schulen ausgerichtete, wissenschaftlich fundierte Informationen. Preisvorteil von ca. 12 % gegenüber dem Einzelkauf Lehren & Lernen – die günstige und kompetente Bezugsquelle für die Entwicklung zeitgemäßer, personalisierter Lehr-Lernsettings. Abonnenten erhalten beim Kauf von Einzelheften (siehe Archiv) zusätzlich einen Rabatt von 30 % auf den Verkaufspreis der Einzelausgabe. Unsere Zeitschriften sind auch gelistet bei fachzeitungen.de