Lehren & Lernen 8-9/2023 Lernen unter erschwerten Bedingungen
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 8-9/2023 Lernen unter erschwerten Bedingungen"
Zum Thema dieser Ausgabe:
Lernen unter erschwerten Bedingungen – „Wenn’s mal wieder nicht für Urlaub reicht“
Lernen unter erschwerten Bedingungen – „Wenn’s mal wieder nicht für Urlaub reicht“ nimmt Kinder und Jugendliche in den Blick, für die Armut, soziale Ausgrenzung und belastete Lebenslagen Alltag sind. Die Ausgabe zeigt, wie sich materielle Knappheit, Unsicherheit und Scham auf Bildungschancen auswirken – und was Schule konkret tun kann, um diesen Bedingungen etwas entgegenzusetzen.
Zwischen Kinderarmut, sozialer Bildungsarbeit, Berufswahl, Kinderliteratur, Resilienzförderung, inklusionssensiblen Lernsettings und demokratiepädagogischen Projekten wird deutlich: Schule kann gesellschaftliche Ungleichheit nicht allein lösen, aber sie kann sie auch nicht ignorieren. Die Beiträge machen sichtbar, wie pädagogische Beziehungen, diagnostische Sensibilität, Kooperation mit Familien und strukturelle Veränderungen zusammenwirken müssen, damit Lernen auch dann möglich bleibt, „wenn’s mal wieder nicht für Urlaub reicht“.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Bildungsbenachteiligung verstehen und pädagogisch wirksam darauf reagieren möchten. Sie richtet sich an:
- Lehrkräfte aller Schularten, insbesondere in sozial heterogenen Lerngruppen
- Schulleitungen und Schulsozialarbeit, die Schule als Schutz- und Lernraum für benachteiligte Kinder stärken wollen
- Pädagog/innen in Kinder- und Jugendhilfe, Förder- und Beratungsstellen, die eng mit Schulen kooperieren
- Lehramtsstudierende und Ausbildende, die Armuts- und Inklusionssensibilität in ihre Professionalität integrieren wollen
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Kinderarmut – Annäherung aus pädagogischer Sicht
Thomas Müller zeichnet in Arm – Ausgegrenzt – Abgeschrieben. Kinderarmut – eine Annäherung aus pädagogischer Sicht nach, wie Armut den Schulalltag prägt: vom Pausenbrot über Hausaufgaben bis zur Klassenfahrt. Er zeigt, wie sich materielle Knappheit mit Scham, Rückzug und stillem Ausschluss verbindet – und welche Haltung Lehrkräfte brauchen, um Kinder nicht „abzuschreiben“, sondern gezielt zu stärken.
Soziale Bildungsarbeit in der Schule
In Soziale Bildungsarbeit in der Schule beschreibt Joachim Schroeder, wie Schule zu einem Ort sozialer Unterstützung werden kann. Der Beitrag zeigt Formen sozialräumlicher Bildungsarbeit, Kooperationen mit externen Partnern und niedrigschwellige Angebote, die Kindern und Familien Halt geben – insbesondere dort, wo andere Unterstützungssysteme fehlen.
Mit Menschen in Menschen investieren
Bernd Siggelkow und Kathrin Müller betonen in Mit Menschen in Menschen investieren, dass wirksame Armutsprävention immer auch Beziehungsarbeit ist. An Beispielen aus Projekten und Einrichtungen zeigen sie, wie verlässliche Ansprechpersonen, Zeit, Zuhören und konkrete Hilfe Jugendliche darin unterstützen, eigene Wege zu entwickeln – jenseits kurzfristiger Projektlogik.
Familien in der Berufswahlphase unterstützen
Claudia Hofmann fragt in Wie können Familien in der Berufswahlphase unterstützt werden?, wie Schule und Beratung dazu beitragen können, dass Herkunft nicht über Zukunft entscheidet. Im Fokus stehen Formate, in denen Eltern einbezogen, Informationsbarrieren abgebaut und realistische, aber chancenreiche Bildungswege sichtbar gemacht werden.
Niks diagnostische Reise – genau hinschauen lernen
In Niks diagnostische Reise erzählen Priska Hagmann-von Arx und Liliana Tönnissen eine Fallgeschichte, die verdeutlicht, wie wichtig diagnostische Sensibilität ist, wenn Lern- und Verhaltensschwierigkeiten mit belasteten Lebenslagen zusammenhängen. Der Beitrag zeigt, wie multiprofessionelle Zusammenarbeit und ein genauer Blick auf Biografie und Kontext zu passender Unterstützung führen können.
Armut und soziale Ungleichheit in der aktuellen Kinderliteratur
Kirsten Kumschlies untersucht in Armut und soziale Ungleichheit in der aktuellen Kinderliteratur, welche Bilder von Armut in Büchern für Kinder vermittelt werden. Sie diskutiert, wie diese erzählt, zugespitzt oder unsichtbar gemacht wird – und gibt Anregungen, wie Lehrkräfte Kinderliteratur im Unterricht nutzen können, um über Gerechtigkeit, Scham und Solidarität ins Gespräch zu kommen.
„Von der Beschämung zur Anerkennung“
Nicole Jnglin und Anna Barbara Zutter zeigen in „Von der Beschämung zur Anerkennung“, wie pädagogisches Handeln beschämende Situationen vermeiden und stattdessen Anerkennungserfahrungen ermöglichen kann. Der Beitrag macht deutlich, wie Sprache, Rituale, Leistungsrückmeldungen und Anforderungen so gestaltet werden können, dass Kinder sich gesehen und respektiert fühlen – unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund.
Resilienzförderung als Mittel im Kampf gegen Kinderarmut?
In Resilienzförderung als Mittel im Kampf gegen Kinderarmut? diskutieren Rolf Göppel und Ulrike Graf die Chancen und Grenzen des Resilienzkonzepts. Sie fragen, wie Resilienz pädagogisch sinnvoll gestärkt werden kann, ohne strukturelle Armut auszublenden oder Verantwortung individualisierend auf Kinder zu verschieben.
Allen gerecht werden?! – inklusionssensible Lern- und Lehrsituationen
Claudia Ziehbrunner geht in Allen gerecht werden?! der Frage nach, wie Lehrkräfte mit heterogenen Lerngruppen umgehen können, wenn soziale, sprachliche und leistungsbezogene Unterschiede zusammentreffen.
Seline Soom ergänzt mit Was charakterisiert inklusionssensible Lehr- und Lernsituationen im Unterricht? Ein Seminarkonzept, wie angehende Lehrpersonen lernen können, Unterricht so zu planen und zu reflektieren, dass er sensibel für Exklusionsrisiken ist und Teilhabe aller Lernenden ermöglicht.
Panorama: Bildungsdiskriminierung, Professionalisierung und Gegenentwürfe
Im Panorama weitet die Ausgabe den Blick auf strukturelle und professionelle Fragen:
- Joachim Lohmann argumentiert in Die soziale Bildungsdiskrimierung wird maßgeblich nur durch Integration und Inklusion reduziert, dass gerechtere Bildungschancen ohne inklusionsorientierte Strukturen kaum erreichbar sind.
- Felician-Michael Führer stellt in Die Lehr:werkstatt der Tübingen School of Education ein Ausbildungsformat vor, in dem Studierende eng mit erfahrenen Lehrkräften zusammenarbeiten – mit besonderem Fokus auf lernförderliche Beziehungen.
- Uta Scheffler und Johannes Baumann beleuchten in Auslandsschuldienst – Chancen und Herausforderungen, wie Lehrkräfte im Ausland neue Perspektiven auf Bildungsgerechtigkeit und Schulkulturen gewinnen.
- Laoise Barthelmie und Cordula Funk-Stumpfl zeigen in Ein Gegengewicht zum notenorientierten Denken, wie alternative Formen der Rückmeldung und Leistungsbewertung entlastend und entwicklungsförderlich wirken können.
- Andreas Sommer fragt in „Klimakleber“ und Fridays for Furture: Neue Chancen für den Geschichtsunterricht in Baden-Württemberg?, wie aktuelle Protestformen für historisch-politisches Lernen genutzt werden können – gerade mit Blick auf Jugendliche, deren Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt sind.
Zwischenruf und Für Sie gelesen
Im Zwischenruf Lesekompetenz im Abwärtstrend – nachgefragtreflektiert Ulrich Herrmann, was sinkende Lesekompetenzen für Kinder mit ohnehin erschwerten Lernbedingungen bedeuten – und welche Konsequenzen sich für Schule ergeben.
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- Fundierte Einblicke in Kinderarmut, soziale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung
- Konkrete Impulse für soziale Bildungsarbeit, Familienunterstützung, Resilienzförderung und Inklusion
- Anregungen, wie Kinderliteratur, Diagnostik und Unterrichtsgestaltung sensibel mit Armutserfahrungen umgehen können
- Perspektiven auf Integration, Professionalisierung und demokratische Bildung in herausfordernden Kontexten
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 80 Seiten/Doppelheft
Erscheinungstermin 18.09.2023
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Ehrenamtlich in einer Suppenküche arbeiten, eine Model-United-Nations-Konferenz organisieren, ein Instrument oder eine neue Sprache lernen, Sport treiben – diese Aktivitäten gehören in das Ausbildungsprogramm der Schüler/innen, die das International Baccalaureate Diploma an der Internationalen Schule in Stuttgart erwerben. Neben den klassischen Schulfächern müssen alle Schüler/innen ein sogenanntes CAS-Programm absolvieren, um überhaupt ihren Abschluss zu erlangen. Das Programm nennt sich CAS (Kreativität, Aktivität und Service) und stellt ein Gegengewicht zum Lernen und dem notenorientierten Denken dar. Es soll die Denkweise der Schüler/innen fördern, nicht nur für die Noten zu arbeiten, sondern auch anderen zu helfen, sich um den eigenen Körper und die Gesundheit sowie um Freizeitaktivitäten zu kümmern, die auch einen großen Teil des Lebens ausmachen. Stichwörter: International Baccalaureate, Schulbildung, Aktivität, Kreativität, Ehrenamt, soziale Verantwortung und Selbstvertrauen
Kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben von Autorinnen und Autoren aus Praxis und WissenschaftIn 6 Ausgaben pro Jahr werden aktuelle Themen aufgegriffen, intensiv beleuchtet und diskutiert. Im Fokus steht die zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Unterricht und Schulen mit wissenschaftlich fundierten, reflektierten und innovativen Beiträgen für die Praxis. Dabei geht es unter anderem um digitale Schulentwicklung, zeitgemäße Lehr–Lernsettings, Demokratiebildung, selbstorganisiertes Lernen, Leseförderung, Neuropsychologie, Achtsamkeit, Meinungsfreiheit, Gesundheit von Schüler:innen und Lehrer:innen und vieles mehr.Das Redaktionsteam - Schulpraktiker und Wissenschaftler - sorgt für kritisch-konstruktive Beiträge aus dem Schulleben, nicht nur in Baden-Württemberg und sieht sicht als Mittler zwischen Bildungspolitik, Schulalltag und Wissenschaft – in einer Zeit, in der die Kluft zwischen deren Diskursen immer größer und offensichtlicher wird. Sie erhalten aus erster Hand an der Praxis innovativer Schulen ausgerichtete, wissenschaftlich fundierte Informationen. Preisvorteil von ca. 12 % gegenüber dem Einzelkauf Lehren & Lernen – die günstige und kompetente Bezugsquelle für die Entwicklung zeitgemäßer, personalisierter Lehr-Lernsettings. Abonnenten erhalten beim Kauf von Einzelheften (siehe Archiv) zusätzlich einen Rabatt von 30 % auf den Verkaufspreis der Einzelausgabe. Unsere Zeitschriften sind auch gelistet bei fachzeitungen.de
Die Arche wendet sich als christliches Kinder- und Jugendwerk speziell an sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Im Interview beschreibt Bernd Siggelkow, Gründer der Arche, seine Arbeit. Ziel des Interviews war es, folgenden Leitfragen nachzugehen: Wie gestaltet sich das Leben in Armut für Kinder in sozialen Brennpunkten in Deutschland? Zeichnen sich Veränderungen durch die großen Krisen der letzten Jahre (Corona, steigende Inflation) in benachteiligten Milieus ab? Welche Konsequenzen lassen sich daraus für Schulen im Umgang mit Armut ableiten? Stichwörter: Armut, sozialer Brennpunkt, Sozialarbeit, Kinderarmut, Beziehung
Taugt Resilienzförderung zur Armutsbekämpfung? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach, indem zunächst Resilienz in Grundzügen erläutert wird, um dann Armutsbetroffenheit als einen Risikofaktor für kindliche Entwicklung zu beleuchten. Die Frage, inwiefern Schule Kinder mit Armutserfahrungen in ihrer Resilienz fördern kann, wird aus der Perspektive eines multisystemischen Ansatzes kritisch diskutiert. Stichwörter: Resilienz, Armutsbetroffenheit, Vulnerabilität, Berührbarkeit
In den Auslandsschuldienst zu gehen, ist eine Option für Lehrkräfte. Eine im Auslandsschuldienst erfahrene Kollegin berichtet von den Herausforderungen und wie der Auslandsschuldienst die persönliche professionelle Entwicklung prägt. Neugier, keine Scheu vor Ungewohntem, die Bereitschaft zuzupacken und die Freude, auch außergewöhnliche Belastungen stemmen zu können, scheinen wichtige Grundvoraussetzungen zu sein. Frau Scheffler kommt für sich zu einem positiven Fazit. Stichwörter: Auslandsschuldienst, Deutsche Schulen im Ausland, Stärkung der eigenen Professionalität
Kinderarmut ist ein eigenständiges Phänomen, das wesentlich von Ungerechtigkeit geprägt ist. Erfahrungen des Mangels, der Ausgrenzung, des Ohnmachtserlebens und der Entwürdigung führen zu psychischen Belastungen, auffälligen Verhaltensweisen und beeinträchtigen die Bildungs- und Lernprozesse betroffener Kinder nachhaltig. Stichwörter: Kinderarmut, Mangel, Ausgrenzung, Ohnmacht, Entwürdigung, Beschämung
Das Startchancenprogramm des Bundes (und der Länder) für 2024 bis 2034 soll soziale Bildungsdiskriminierung abbauen helfen. Gefördert werden sollen 4.000 allgemein- und berufsbildende Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schüler/innen. Das Programm ist bitter nötig, der Erfolg muss leider bezweifelt werden; denn die Hauptursache der Bildungsbenachteiligung ist das deutsche selektiv-hierarchische Schulsystem, das dringend umgebaut werden muss, vorrangig die jetzigen Haupt- und Förderschulen zu integrierten (Gesamt-)Schulen mit Oberstufen. Stichwörter: Bildungsbenachteiligung, Bildungsdiskriminierung, Leistungsdiskriminierung, soziale Ungleichheit,ungleiche Startchancen, Chancengerechtigkeit, Gesamtschule, Bildungsausgaben
Einer angeblich ständig sinkenden Lesekompetenz bei Grundschulkindern soll mit einem „Startchancenprogramm“ gegengesteuert werden. Geändert werden muss vor allem die Lese- und Schreibpraxis in der Grundschule hin zu pädagogischen Arrangements für die individuelle Weckung und Förderung von Lese- und Schreibmotivation. Stichwörter: Lesekompetenz, Lesemotivation
Im Artikel erfolgt ausgehend von Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden (Ziehbrunner 2021) eine Auseinandersetzung mit dem Einräumen von Exklusivrechten bzw. Einrichten exklusiver Nischen in der inklusionspädagogischen Praxis zur Bearbeitung von Gleichheit und Differenz. Zu unterscheiden sind dabei Gerechtigkeitsvorstellungen, die zum einen sozialethisch dem Recht aller auf gleiche Achtung, Anerkennung und soziale Zugehörigkeit verpflichtet sind (egalitaristisch), zum andern darauf zielen, die Erreichung von Mindeststandards zu gewährleisten (non-egalitaristisch). Stichwörter: Gleichheit, Gerechtigkeit, Exklusivität, Anerkennung, Inklusion
Armut erfordert eine gezielte Verankerung von Lernmöglichkeiten in den Angeboten und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Armut erfordert eine Schulpädagogik der sozialen Frage, die auch die höhere Bildung einschließt. Armut erfordert überdies eine Stärkung der unterscheidenden Gerechtigkeit in den schulischen Benotungs- und Prüfungsordnungen. Und Armut erfordert vor allem eine Curriculumreform, denn die inklusive Bildung wird nur eine Chance haben, wenn sie auch die unteren sozialen Milieus einschließt. Stichwörter: Grundversorgung, Sozialarbeit, Nachteilsausgleiche, Curriculumreform
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Im Diskurs zu schulischer Inklusion wird immer wieder die Einstellung der Lehrperson als relevanter Faktor für das gelingende Miteinander in heterogenen Lerngruppen benannt. An der Hochschule für Heilpädagogik wurde deshalb ein Modul entwickelt, das die Sensibilisierung der Lehrpersonen für Inklusion fokussiert. Hierzu werden die Studierenden über ein Baustein-Konzept dazu angeleitet, konkrete Situationen aus der eigenen schulischen Praxis aus einer inklusiven Perspektive zu analysieren und weiterzuentwickeln. Im folgenden Beitrag wird dieses Konzept vorgestellt und anhand von konkreten Beispielen untermauert. Stichwörter: Inklusion, Demokratie, Vielfalt, Gerechtigkeit
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